Newsletter 02/2020: Bücherrunden in den Ecken

Bilder- und Kinderbücher stellen für viele Kinder einen ersten Zugang zur Welt des Lesens dar. Darüber hinaus bieten sie erste Stufen für das Erklimmen der Medienkompetenz-Leiter. Bücher sollen aber nicht nur Bildung ermöglichen und unterstützen, sondern bieten Momente des Zurückziehens, des Nachdenkens und Freuens. Wollen wir, dass Kinder dieses Medium nutzen und sich dabei auch wohl und sicher fühlen, sollte zum einen der Raum (bzw. die Bücherecke im Raum) einladend sein und zum anderen sollten die Bücher für die Kinder sichtbar und erreichbar sein. Was bedeutet dies nun für die Raumgestaltung in Zusammenhang mit Wohlbefinden?

 

 

Die einladende Gestaltung kann sich z. B. darin widerspiegeln, dass die Kinder verschiedene, bequeme Sitz- und Liegemöglichkeiten haben, auf die man sich zurückziehen kann. Auch sollte die Leseecke nicht in einem Durchgangsbereich sein, der durch andere Aktivitäten immer wieder eingenommen wird. Unter Sichtbarkeit der Bücher ist zu verstehen, dass Kinder wenig davon haben, nur die Buchrücken zu sehen. Einladender sind Präsentationsvarianten, die es Kindern ermöglichen, die Umschlaggestaltungen zu sehen und somit entweder ihr Lieblingsbuch wiederzuentdecken oder sich von der Abbildung einladen zu lassen, zu diesem oder jenem Buch zu greifen.

 

Dies führt auch zum letzten Punkt. Bilder- und Kinderbücher können teuer sein und gehen auch verschiedentlich durch den Einsatz bzw. intensives Lesen kaputt. Dennoch handelt es sich um Gebrauchsgegenstände, die, dem Gedanken des Konstruktivismus folgend, von Kindern selbst gewählt und ausgesucht werden dürfen. Stehen die Bücher nicht auf Augenhöhe der Kinder, sind sie aus den Augen und dem Sinn und können nicht dazu einladen, sich damit zu beschäftigen.